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Weibliche Vorbilder – Female role models

Veröffentlicht am 11. Dezember 2013 Schreibe einen Kommentar Themen: , , , , ,

Vielleicht liegt es an der kategorisch besinnlichen Jahreszeit oder an der endlich durchgesetzten Frauenquote oder an den neuen weiblichen Führungsspitzen oder an den ganzen Internetrecherchen, die ich durchgeführt habe, bei denen ein Thema immer wieder in mein Blickfeld kam: Die Rolle der Frau.

Maybe it is because of this categorically thoughtful time of the year or because of new political decisions to bring more women to pole positions in companies or because of all the internet research I did, there was always this one topic on my mind and on my screen: The role of women.

Altes Thema – altes Leiden?

Zugegeben, kein neues Thema, nein, ein ganz altes. Ich hatte mich eigentlich auch schon damit abgefunden, eine Meinung dazu gebildet zu haben, bis ich mit einer einfachen Frage konfrontiert wurde: Wen würden Sie denn als weibliches Vorbild benennen? Hm. Ich antwortete mit: Was würden Sie denn als starke weibliche Eigenschaft bennen? Hm. Ich habe nicht länger darüber nachgedacht, ich wollte mich eigentlich nicht schon wieder damit beschäftigen, war ich doch eigentlich der Ansicht, dass die Kategorien männlich und weiblich irgendwie veraltet und überholt sind und dass ich das Argument mit der Steinzeit zwar logisch nachvollziehbar, aber aktuellsozial unerträglich finde. Als hochentwickelte Gesellschaft berufen wir uns noch immer auf Instinkte und Gewohnheiten aus den Zeiten des Sammelns und Jagens? Sind wir nicht subtiler als das? Um mich nicht misszuverstehen: Ich widerspreche nicht. Ich kenne mich da auch zu wenig aus, um das bestätigen oder widerlegen zu können. Da ist bestimmt ganz viel Wahres dran. Ich widerspreche nur, wenn es heißt: Wir können ja gar nicht anders. Diese Zeiten sind vorbei. Wir können ja gar nicht anders. Wir können sehr wohl anders. Und wir wollen es auch, wie immer häufiger deutlich wird.

Was eigentlich wollen wir?

Ja, das ist die Frage. Was eigentlich wollen wir? Gleich behandelt werden? Alle Potentiale nutzen? Das klingt doch ganz vernünftig. Doch worin genau liegen eigentlich unsere Potentiale? Wenn ich mir meine Studierenden anschaue, dann erkenne ich in dem Seminarverhalten kaum genderdefinierte Unterschiede. Vielleicht den einen, dass die Studentinnen sich häufiger mitteilen als die Studenten. Das hängt aber eher vom Thema ab denn von einer sozialbiologischen Grundlage. Was nun eigentlich ist eine gute weibliche Eigenschaft? Natürlich können wir Frauen auch kämpfen und klug sein und gebildet und durchsetzungsvermögend und rational und führend. Natürlich. Denn Männer können ja auch einfühlsam und emotional und sozialkompetent und teamorientiert und geistig ernährend sein. Oder?

Was ist die weibliche USP?

Was also sind die wirklichen Vorzüge, die wir, um es mal wirtschaftlich auszudrücken, auch vermarkten können? Ich bin, wie so oft, zufällig über einen interessanten Beitrag eines TED-Talks gestoßen. Eigentlich hatte ich mich gerade mit dem Konzept Hackschooling beschäftigt (dazu bald mehr), als ich über Colin Stokes‘ Beitrag über versteckte Bedeutungen in (Kinder-)Filmen und welche Vorbilder sich daraus ergeben für seine Kinder. Aus seinen Beobachtungen ensteht für ihn ein Wunsch-Vorbild für seine Tochter (und auch für seinen Sohn):
– Making friends with everybody
– Love to share the knowledge to help others reach their potential
– Be a leader

Ich bin mir nicht sicher, ob es dabei um „typisch weibliche“ Eigentschaften geht, aber es sind Werte und Fähigkeiten, die sich in unserer (westlichen) Gesellschaft schon versteckt zeigen. Soziale Gefüge aufbauen, Wissen aneignen und weitergeben (auch im Sinne einer Tradition), die Richtung angeben. Wenn ich nur kurz überlege, dann fallen mir auf Anhieb viele kleine Situationen ein, in denen sich Frauen oftmals unbewusst so verhalten, und vor allem der letzte Punkt: führen, die Richtung angeben, das hat sich, auch bei mir, noch nicht ausreichend verankert. Denn es bedeutet auch Verantwortung für mehr als sich selbst zu übernehmen, wenn ich eine Person, eine Familie, ein Unternehmen, eine Gesellschaft in eine neue, menschliche Richtung führen möchte. Ganz ehrlich: Ich habe das auch nicht gelernt. Ich habe zwar auch nicht gelernt, dass Frausein schlecht ist, aber ich habe gelernt, nicht zu viel zu sein. Nicht zu erfolgreich, nicht zu gut, nicht zu gebildet, nicht zu emotional, nicht zu selbstbewusst, nicht zu visionär, nicht zu kraftvoll, nicht zu laut.
Making friends with everybody, das heißt, absichtslos und ohne Vorbehalte auf fremde Menschen zugehen und neugierig auf sie und ihre Geschichten sein und ihre Potentiale erkennen. Und dann: be a leader. Organisiere die Potentiale. Folge der Vision. Hilf dem Team, wo immer es Hilfe braucht. Erst dann kann das gemeinsame Projekt gelingen.

Worauf warten wir dann also noch?
Wenn wir doch schon wissen, was wir können, nämlich freundlich sein und gütig und anderen zu ihrer Stärke verhelfen (ich weiß nicht, ob das vielleicht auch der Grund ist, warum es so viele Lehrerinnen gibt…die gute Absicht des Teilens und Weiterbringens?), worauf warten wir dann noch mit der Umsetzung? Was wir tun können? Nun, wie wäre es im Kleinen, indem wir neuen, fremden Menschen mit Neugierde statt mit Argwohn begegnen oder indem wir dem Bruder mal zuhören statt ihn anzumeckern oder indem wir auch mal Nein sagen und Nein meinen, indem wir eine Idee teilen. Indem wir aufhören zu kämpfen und anfangen, zu freunden (erstaunlich, dass es hierfür gar kein adäquates Wort gibt, oder?). Und nicht zu vergessen: Auch ihr Männer dürft mitmachen:
„A real man is someone who trusts his sisters and wants to be on their team.“ (Colin Stokes)
Ihr seid also herzlich eingeladen, ein Teil unseres Teams zu werden.

Und weil sich dieser Vortrag von Collin Stokes lohnt, hier das ganze Video:

Listen to your business

This article was inspired by a talk by Evelyn Glennie, a deaf or whatever we that are not deaf might call it percussionist, who learned and studied music by learning to hear with her whole body.

This made me think. As a normal, abled person I never was in the need to hear in a different way, to see in a different way, to talk in a different way. I was never pushed to accomodate to the standard. At least not by my physical abilities. But what impressed me most, was Glennie’s exposition of how important experimenting and therefore experiencing with all your possible senses and physical and emotional ways in general is. And for me, it just struck my mind, that we do not only have that in music, art or literature. We also have that in our professional lives, in our businesses. If I experience myself and my business, my work with all senses and if I listen to what sounds, metaphorical or real, there are, I might be able to offer more to a service, a product an idea than the simple explanation. I can offer my very own interpretation, I can offer what I really want to do and how I want to do it and what I need to do it. Trying to use more parts than just our hands to clap, this can train your abilities to think about the „what else?“ What else is there to empower me? What else is there to realize my idea, my vision? Who else is there to help me?

This might be a complex way of seeing the world and it might take longer than to just look from one superficial perspective. But it offers so much more understanding and experience of your own that I doubt it is not worth a try.

So, why not bring the idea of full-body-experience into business? Why not begin to think: What else could I do to make this project happen? What else can I try to motivate my colleague? What do I experience in my body when I talk to the clients and they are not happy with my work? What do I experience when they are happy with my work? It’s not about judging, it’s about experimenting: What is there? What is good? What isn’t?

So let’s allow ourselves to understand that we are more than just one perspective, more than just one sound and listen to us and to the sound of our businesses, of our jobs, of our lives. Doesn’t it sound interesting, impressive, familiar, warm, creative, powerful, maybe sad, but still full of light? I bet it does.

Here is the full talk by Evelyn Glennie:
http://on.ted.com/dhEZ