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Neu im Programm: Focusing

Ich traue mich jetzt endlich: Ich habe Focusing-Beratung in mein Repertoire mit aufgenommen. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich: es tut so gut! Es tut so gut, wenn jemand zuhört und da ist, wenn jemand mir einen Raum gibt, in dem ich mit mir und meinem eigenen Prozess sein kann. Wenn jemand mir von außen kleine Impulse gibt, meine eigenen Worte wiederholt und dann freundlich ist zu allem, was da kommt. Das tut richtig gut!

Dieses gute Gefühl und die tiefen Einsichten, die Focusing ermöglicht, möchte ich nun teilen. Nach 1,5 Jahren Ausbildung kmmbiniert mit viel Selbsterfahrung und großer Neugier auf die Kraft, die in jeder/jedem von uns wohnt, lade ich Sie ein, sich begleiten zu lassen!

Etwas mehr Einblick in das Thema Focusing finden Sie hier.  Oder sprechen Sie mich direkt an. Noch fehlen mir nämlich die richtigen Worte. Ja, das kommt auch mal vor. Das ist Teil des Prozesses. 🙂

Gesundheit im Dialog

Seit über einem Jahr schreibe ich für das Patientenmagazin des Johannes Hospital Dortmund „Gesundheit im Dialog“ die kleine, feine Rubrik „Kurz und schön“. Dafür suche ich mir jedes Mal schöne Themen aus, die mich persönlich interessieren, die zu dem Thema des Heftes passen und bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie ein gutes Gefühl erzeugen können. Für die letzte Ausgabe war das Thema „Gift und Galle“. Klingt erst einmal nicht so ansprechend.

Was ich textlich dazu „Kurz und schön“ gemacht habe, das können Sie hier nachlesen.

Auch der Rest des Magazins lohnt sich übrigens als guter Zeitvertreib beim Warten oder einfach so. Das gibt es auch für zuhause, über das kostenlose Abo.

 

Zeit

Meine Zeit

Deine Zeit

 

Wie viel Zeit von mir

wurde eigentlich

zu Zeit von dir?

 

Das habe ich mich gerade gefragt.

 

Ich kann das sehr gut,

Zeit geben.

Zeit nehmen lassen.

Klar, ist ja auch so

einfach, so leicht,

die Zeit nicht

zu meiner zu machen.

In ihr zu sein, mit mir.

Wo ich doch nicht

gut mit mir sein kann.

Also alleine. Mit mir

und dir ist das schon

okay irgendwie, da ist

das so ganz irgendwie,

da ist das so…

 

Leer. Leer ist das, wenn

ich mit der Zeit alleine bin.

Was sagt man denn dann?

Was WILL ich denn dann

sagen? Und? Wie gehts?

Kann man das die Zeit

fragen? Wie gehts?

 

Und? Wie gehts dir so?

Wie ergeht es dir gerade?

 

Nun, gerade jetzt, da bin

ich erst einmal ganz bei

dir, sagt die Zeit,

und nur für dich.

 

Ich umgebe dich, ganz,

nur du und ich. Nur du.

Und? fragt die Zeit. Wie geht

es dir damit?

 

Ich schließe meine Augen

und atme lange aus. Meine Knie,

sage ich.

Ja, sagt die Zeit.

Und mein Bauch! Auch der, nickt

die Zeit. Es wird hell.

Darf ich die Augen öffnen?

Wenn du magst, sagt die Zeit.

 

Und dann sehe ich

mich. Mich.

Nur mich.

Haben wir ein Zeitproblem?

Sich Zeit für etwas zu nehmen hat immer einen Wert ohne Vergleich. Für mich geht es darum, den Moment zu behalten als etwas Gutes, Wertvolles. Frei von dem Zwang, einen ökologischen Sinn zu haben.

Was mich gelegentlich bis täglich verwundert, ist, wie wenig Zeit ich Dingen widme, denen ich früher gefühlt endlos Zeit gewidmet habe. Bauernhöfe aus Knete kneten zum Beispiel. Oder eine Hand so lange zeichnen, bis sie aussieht wie meine Hand. Oder vor dem Radio warten, bis die Charts gespielt werden und dann an der richtigen Stelle den Aufnahmeknopf drücken. Das habe ich früher gemacht. Was ist damit passiert, mit diesem Zeitleben?

Bevor ich mir Zeit für neue Gedanken zu diesem Thema nehme: Hier habe ich schon einmal etwas dazu geschrieben. Es ist noch relativ onlinefrisch. Doch ich denke, ich könnte da noch etwas zu schreiben. Da muss ich mal in Ruhe drüber nachdenken.

Nachthimmel

Veröffentlicht am 7. April 2014 Schreibe einen Kommentar Themen: , , , , ,

15.11.2013

Ich schaue in den Nachthimmel und wundere mich über dich

 

Dunkler Rabe

bei Nachthimmel

verlieren sich

in deinen Augen

die Sterne

zu einem Punkt.

 

Als ob du sie

einsaugst, ihr Wissen,

ihre Weite,

ihr Licht.

Ich schaue dann in den Nachthimmel

und du schaust mir

in die Augen und

ich wundere mich

über dich.

 

Du schaust mir in

die Augen und

ich wundere mich

schon nicht mehr über dich.

Neben mit werden

die Sterne zu Punkten.

 

Als Punkt sehe ich

aus deinen Augen

in den Nachthimmel

und wundere mich nicht.

Nicht über mich und

nicht über dich.

Mein dunkler Rabe.

Mein Nachthimmel, du.

 

 

short form

 

i woke up with the

thought of

wanting you back.

the tears would not

come. instead,

i took a shower.

 

 

Eine von den Guten

verhalten sehe ich zu dir,

um meine augen vermeiden zu lassen.

 

meine hände imitieren

eine suche

und finden nur einander.

es dauert,

bis ich das begreife.

bis dahin sind meine beine

schon viel zu lange in

ungemütlicher position.

dein mund erlöst mich und

ich lache vor erleichterung.

 

dann verliebe ich mich in dich.

von draußen fliegt ein vogel an die scheibe.

(2011)

Ein Sommer ohne Fliegen

Veröffentlicht am 13. März 2014 Schreibe einen Kommentar Themen: , , ,

31.01.2014

Was sollte sie darauf antworten? Er hatte ja Recht.

Sie konnte es auch nicht verstehen.

Gerne würde sie ihm sagen: Es ist schon okay so.

Lass mich das nur machen.

Ruh du dich in der Zwischenzeit aus.

 

Sie schaute auf und blickte ihm in seine ewigen Augen.

Weißt du, sagte sie,

ich bin wie ein Sommer ohne Fliegen.

Wie ein Kind ohne Wiese.

Wie ich ohne dich.

 

Er wartete kurz,

schaute,

schob seinen Stuhl langsam zurück,

und ging.

 

 

Stell dir vor

Stell dir vor, es passiert etwas.

Es war ein rauer Morgen, der sich lautlos an die letzte Nacht angeschlossen hatte. Es war einer dieser vielen Abende, an denen Dinge zur Sprache kamen, die dem einen nicht schnell genug und der anderen zu schnell geregelt wurden. Es war einer dieser Abende, an denen nicht klar gesagt wurde, was dahinter steckte, an denen niemand verstand, worum es wirklich ging und die Worte wahl- und ziellos durch die Räume geworfen wurden. Manchmal prallten sie an den Möbeln zurück, manchmal trafen sie jemanden. Es war einer dieser Abende, an denen es nie das letzte Wort gab, sondern immer nur das nächste.

Am nächsten Morgen holte sich dann der Alltag die restlichen Gedanken und Ausdrücke. „Bis später“. Ja, vielleicht bis später. Ich weiß es noch nicht.

Später dann stand sie an der Straße, an dem sein Fahrrad gefunden wurde. Sein selbstgebautes, an dem er mit so großer Sorgfalt die Speichen ins Lot gebracht hatte, bis der Reifen wieder rund war, bis die Spannung in jedem einzelnen Stäbchen gleich war. Sein grünes Rad. Als ob es dorthin gehörte, in den Graben neben der Spur.

Sein grünes Rad, das war alles, woran sie dann noch denken konnte, als sie wieder nach Hause fuhr. Nach Hause. Sie fuhr einfach weg von diesem Ort, von dem Rad, von den Speichen, von der Spannung, von dem letzten Ort. Bis später, als wäre es ein Versprechen gewesen, das nicht gehalten wurde.

Sie schrieb: „Sehr gerne wäre ich ein Teil eures Lebens geworden, weil ich ein Teil seines Lebens war und er ein Teil von meinem. Ich habe oft davon geträumt, dass ich mit euch rede und dass wir gemeinsam essen und kochen und Plätzchen backen oder den Wellen auf dem Fluß nachsehen, als ob sie aus der Ferne nicht mehr zurückkommen würden. Zwei Jahre habe ich neben euch gelebt, ohne euch zu kennen, ohne euch jemals zu sehen, ohne eure Wärme spüren zu können. Doch ich bin hier, auch jetzt. Ich war ein Teil, ich bin ein Teil. Ich habe alle Sachen hier, die uns ausmachen, aber ich darf nichts sehen, nichts sagen, nichts beschließen, nichts tun. Ich bin, war die nächste Person in seinem Leben, in seinem Denken, in seinen Räumen. Ich war die Stütze und die Mauer, die Falltür und das Kissen, die Schulter und der Arm, der Mund und der Stock. Ich war hier. Ich bin hier. Wenn ihr mich sucht, ich bin hier. Und empfange euch mit offenen Armen und Herzen, so wie er es in jedem Moment gemacht hat. Wenn ihr ihn sucht, so werdet ihr ihn in mir finden. Ich habe kein Recht dazu, aber ich stelle mir vor, dass ich euch die Brücke zu ihm sein kann. Denn ich bin hier.“

Stell dir vor, es passiert etwas.

Dann bin ich niemand.

 

 

 

 

 

 

 

freiluftlyrik 2014

Es geht endlich weiter mit der freiluftlyrik! Diesmal war sie in Berlin und Leipzig und Dortmund unterwegs, wie immer mit der Botschaft: Lyrik ist für alle da!

Check it out, yo!