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Monthly Archives: Juli 2012

Why not make every mistake you can: Der Wochenrückblick

Veröffentlicht am 30. Juli 2012 Schreibe einen Kommentar

Es ist einfach nichts zu tun, denkt man sich.

Zugegeben. Diese Woche war das Wetter fantastisch, da fällt es einem leicht im Liegestuhl zu sitzen und die Ameisen in übernotwendiger Anzahl über die Füße krabbeln zu lassen. Und zugegeben: Mein Körper hat krankheitsorientiert gehandelt und so direkt dafür gesorgt, dass ich einen Gang zurückschalte. Und zugegeben: Wer von Lego-Ninjas angegriffen wird, nachdem er von Rittern bedroht wurde und nachdem Meister Yoda sich im Schuh verstecken musste, um nicht in die Naschi-Falle der Playmos zu laufen, ja, der hat es schon leichter, sich mit anderen Dingen als der Arbeit zu beschäftigen.

But…

Dennoch: Man muss sich darauf einlassen, und ich habe mich darauf eingelassen. And after one week of making every f***ing mistake I can, I can proudly summarize: I am still alive. And what’s even better: I got offered a presentation at a business Lunch and for economics student. I made new contacts and mailed a couple of reference-letters, I helped a friend to get her CV pimped, my mind makes less trouble (although I wake up around 5ish…but that gives my the chance to watch the sun rising. Nothing more beautiful than light blue-light red sky, when everyone else is still asleep. So peaceful!), I did everything I had on my plan for this week, I got first ideas for some articles I will write in the next weeks, my new homepage is nearly finished, I even met some of my friends. Whoa! Not bad, huh? Not bad.

Celebrating is the best part of making mistakes!

So considering that everything I made was a mistake and reminding myself of my plan to love every mistake I make, I will now turn on the music and celebrate my „bad“ week! You cannot see me, but believe me, I am dramatically freakdancing right now! And as if they have read my thoughts (or my blog), one of my favourite magazines brandeins published an article about „Müßiggang“ and about how people think it’s not work when you sit around and think, about your new article, the new layout, the new world order and the necessity of this „do nothing“. You can find and read it here:

www.brandeins.de

Why I wrote in English? Just because….

And now: Enjoy your weekend, time, life, spread some love  and do whatever mistake you can and love it!  🙂

amelie hauptstock

Ich mach das mal mit links

Eine weitere Lektion, die ich mir beibringe: Ich kann nicht alles. Ich muss auch nicht alles können. Mann. Da fällt schon beim Schreiben schwer, nicht sofort wieder die Delete-Taste zu drücken.

Heißt Alleskönnenwollen eigentlich Nichtswirklichkönnen?

Es gibt erdrückende Beweise für mein Nichtkönnen. Eine dreistöckige Sahnetorte backen. Kann ich nicht. Aber ich kenne jemanden, der das kann. Auf dem Fahrrad an der Ampel balancieren. Kann ich nicht. Auch da: ich kenne jemanden, der das kann (und der dabei um einiges cooler aussieht als ich, wenn ich mich abmühe cool auszusehen). Chemische Substanzen zusammen mischen, dass dabei was Wirksames entsteht. Kann ich nicht.Webseiten programmieren, Getreide ernten, Häuser bauen, Flugzeuge fliegen, Unterlagen sortieren, Klappe halten. Kann ich alles nicht. Könnte ich vielleicht lernen. Ich könnte mich aber auch darauf konzentrieren, das, was ich kann, noch besser zu können. Schreiben. Singen. Gütig sein. Das kann ich. Lachen. Freitanzen. Kochen. Das kann ich auch. Das reicht auch erst mal. Und um mich daran zu erinnern, dass Nichtkönnen nichts mit Nichtskönnen zusammenfällt und dass ich genau richtig bin, wenn ich bin, wie ich halt gerade so bin, hier mal etwas, das ich mit links gemacht habe (ich danke Frank Scheele für seine Inspiration!)(und ja, ich weiß, es ist spiegelverkehrt. Tja. So ist es eben.):

Why not make every mistake you can?

Denken hilft. 

Ich habe nachgedacht. Nicht richtig, aber nachhaltig. Immer wieder habe ich den Gedanken, dass ich es mir nicht gerade leicht mache. Dass ich eigentlich auch einen Weg mit weniger (innerem) Widerstand gehen könnte. Dass ich eigentlich alles gut finden könnte, wie es ist. Nein, nicht nur gut, sondern super. Eigentlich ist es super. Ich bin selbstständig, kann frei entscheiden, was ich mache, ich weiß immer mehr, was ich will, ich lerne wunderbare Menschen kennen, mit denen ich mich gerne unterhalte und die mir immer wieder Anregungen und Anstöße geben. Ich bzw. mein Unternehmen kommt langsam ins Rollen.

Aber nicht immer.

So, und hier kommt der Knackpunkt. So viele Dinge laufen richtig gut. Sie laufen noch nicht überirdisch, aber sie laufen, verdammt noch mal. Und meine innere Stimme sagt: Alles falsch! Das führt zu nichts, das bringt nichts, was für ein Quatsch, wieder falsch geredet, geschrieben, gedacht. Eine Stunde online recherchiert? Quatsch! Eine weitere Stunde lustige Sachen gefunden und sich gefreut? Herrjemineee! In der Zeit haben Andere Verträge abgeschlossen. Oder Angebote geschrieben. Oder Partnerschaften bestätigt. Oder stumpf im Büro gearbeitet. Die Anforderungen für den Artikel sind viel zu hoch für dich, du kannst keine belegbaren Ergebnisse vorweisen, weil dich niemand deine Methode testen lässt. Falsche Idee, falsche „Marketing-Strategie“, das Universum ist gegen dich, wenn dich jetzt noch keiner fest bucht. Und was sagt das über deine Kompetenzen aus? Genuss kannst du vor dir selbst eh nicht rechtfertigen. Alles falsch!

So was halt.

Question the Questioner.

Und dann habe ich mich gefragt, was meine Stimmen eigentlich sagen würden, wenn ich jeden Fehler, den man nur machen kann, ganz bewusst mache und mich dann freue, dass ich den gemacht habe? Was sagen mir meine Stimmen, wenn ich mir selber sage: Hurra! Den ganzen Abend nur gekocht und mit dem Liebsten Zeit verbracht. Jawohl! Den ganzen Nachmittag mit den Neffen gespielt und in der Sonne gesessen. Großartig! Eine neue coole Internetseite gefunden und mit den Facebook-Kreisen geteilt, denn Glück sollte man teilen, so oder so. Hervorragend! Eine weitere Bewerbung verschickt und die Rückmeldung bekommen, dass eine Begutachtung noch dauern wird und man um Geduld bittet. Super! Schlechte Stimmung gehabt, weil wieder einmal alles falsch gelaufen ist. Yeah!

Was passiert also, wenn man den Zweifler anzweifelt? Ich weiß es nicht, aber ich werde es testen. Denn irgendwie finde ich es nicht gerecht, dass das, was Freud Ego nennen würde, mein eigentliches Ich so niedermacht. Es gibt keinen Grund dafür. Zumindest keinen, den ich anerkenne.  Ich möchte nicht Jammern. Das fällt mir gerade schwer, weil ich selbst nicht weiß, was los ist. Ich bekomme Kopfschmerzen von dem Hin und Her, von den Fragen und Gegenfragen. Haben andere eigentlich auch so wilde Kopfarbeit? Es wäre schön, davon zu hören! Vielleicht ist gemeinsames Fehler-Machen angenehmer als ungemeinsames.

Der Plan:

Mich regelmäßig daran erinnern, dass „Fehler“ super sind. Fehler in Anführungszeichen deshalb, weil es für mich, für mein eigentliches Ich keine Fehler gibt, sondern Entscheidungen und deren Wirkungen. Entscheidungen, egal wie groß oder klein, fühlen sich gut an und nur dann, wenn es sich gut anfühlt, bringt es einen weiter. Ob mit oder ohne Ego-Mist. Oh, und natürlich: Mein Ego gehört zu mir, also sage ich mir: embrace you ego! embrace your inner voice, even if it’s telling you to stop doing anything. Einverstanden.

PS: Mehr Menschen

Wer seine Erfahrungen teilen möchte, teile sie sehr gerne mit mir! Vielleicht nutze ich Twitter oder Facebook, um jeden neuen Fehler zu verkünden und ihm damit Raum zu geben und gleichzeitig Kraft zu nehmen. Warum eigentlich nicht?

Sich Wohlfühlen auf dem Beifahrersitz

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Ich liebe TED-Talks. Wann immer ich mich inspirieren lassen möchte von ungewöhnlichen Ideen, von WOW-Ideen und ihren Umsetzungen, wann immer ich ein gutes Gefühl brauche, schaue ich mir TED-Talks an. Und jedes Mal komme ich in einen Sog, der mich noch hungriger macht nach neuen Geschichten, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach kreativen Wegen der Selbstdarstellung. Ich bin begeistert, überfordert, aufgefordert, erleuchtet, ich bin alles in diesen kurzen Momenten. Vor allem aber bin ich voller Wertschätzung und Bewunderung für diejenigen, die ihre eigenen Wege gehen, seien sie auch noch so unmöglich.

Der folgende Beitrag erzählt davon, wie Kontrollverlust etwas Befreiendes haben kann. Entgegen unserer Meinung heißt „das Ruder aus den Händen geben“ eben nicht ein Verlust über die Gesamtsituation. Es bedeutet, die Kraft auf andere, wichtigere Dinge lenken zu können. Einer Entscheidung zu folgen, und das kann auch die eigene sein, heißt, weiterzukommen, als man bis dahin dachte. Sich selbst auf den Beifahrersitz zu setzen heißt, Dinge sehen zu können, die man as Fahrer/in nicht wahrnehmen kann. Weil die Aufmerksamkeit auf anderen Dingen liegt. Weil man nicht so flexibel in die Gegend schauen kann.

Entscheidungen machen das Leben leichter

Ich bin überzeugt davon, dass Entscheidungen das Leben erleichtern. Wir quälen uns viel weniger mit den Konsequenzen einer Entscheidung als mit denen einer Nicht-Entscheidung. Ich beziehe das auch auf das eigene Entscheiden und nicht nur auf das Etwas-entscheiden-Lassen. Wenn ich meiner eigenen Entscheidung folge, kann ich Fahrer und Beifahrer zugleich sein. Loslassen ist auch eine Entscheidung. Für mich eine der wichtigsten überhaupt. Denn wenn ich zu sehr an einer Idee, an einer Vorstellung, an einem selbst auferlegten Lebensplan festhalte, dann verkrampfe ich dabei.

Alles nur in meinem Kopf

Und das ist etwas Erfahrbares. Ich spüre das zur Zeit immer wieder an meinem Körper, vor allem in meinem Kopf. Ich verkrampfe dabei, einer klaren Entscheidung einfach zu folgen. Stattdessen will ich sie widerrufen, sie rückgängig machen, die Kontrolle über alle Ergebnisse nicht verlieren. Anstatt ihr einfach ihren Weg zu lassen und beifahrerisch zu sehen, welche Möglichkeiten und Neuigkeiten am Wegesrand und Horizont auftauchen. Anstatt die Zeit zu genießen, die ich gewinne, indem ich mich nicht ausschließlich auf den Verkehr konzentrieren muss, sondern das Schöne drumherum sehen darf. Anstatt ich zu sein mache ich mir vor so und so sein zu müssen. Niemand erwartet das von mir. Außer mir, der Fahrerin. Meine Aufgabe der nächsten Zeit: Mich aufgeben. Hingeben. Mich geben. Und dann sehen, was sich Schönes finden lässt. Denn während der ganzen Zeit kann ich mich darauf verlassen: Ich werde gefahren, mit eigener Kraft und mit der Unterstützung von denen, die mir nahe sind. Diese Entscheidung habe ich selbst getroffen. Jetzt muss ich nur noch danach leben.

Hier nun also der Link mit meinem Input. Ich wünsche gutes Beifahren!

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amelie hauptstock

Diese Dichter! Diese Lügner!

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Ich danke meinem Studenten Benjamin Thimm für seine Ausführungen zu seinem Diskussionsthema „Sind Dichter Lügner?“ Im Seminar wurde die These engagiert diskutiert und führte in erster Linie zu noch mehr Fragen. Sagen Dichter nicht vielmehr die Wahrheit und lügen stattdessen Theologen und Historiker? Sind Gedanken real oder haben sie nur eine fiktive Existenz? Können wir nur im Rahmen unserer körperlichen Erfahrung denken? Spannende Fragen, die auf weitere Diskussionen neugierig machen. Zumindest mich.

Hier der Beitrag:

Dichtung: Lüge, Wahrheit oder etwas dazwischen? Sind gar alle Dichter Lügner? Kann es tatsächlich Gründe geben, Fiktion als faktual zu bewerten oder muss klar zwischen beiden differenziert werden?

Ein erster Gedankengang, der diese Frage beantworten kann, findet sich in der so genannten Apparatus-Theorie, z.B. bei Jean Louis Baudry. Vereinfacht formuliert besagt dieser Ansatz, dass ein Rezipient während der Rezeption von Film keine Trennung zwischen sich, der Realität, und dem Film, der Fiktion, wahrnimmt. Die beiden Dimensionen verschwimmen, lösen sich auf, ja schieben sich geradezu ineinander. Das Gesehene erscheint einheitlich und kohärent. Wer sich schon mal beim Schauen eines Filmes erschreckt hat, wird diesen Gedankengang gut nachvollziehen können.

Untermauert wird diese These in gewisser Weise von Immanuel Kant, der in seiner Schrift Kritik der reinen Vernunft von der so genannten aktiven Sicht der Dinge spricht.  Dieser Ansatz postuliert im Wesentlichen, dass wir Menschen hinsichtlich unserer Wahrnehmung insofern determiniert sind, als dass wir, bedingt durch die zur Verfügung stehenden Sinne, die objektive Welt nur Ausschnittweise erleben. Wir nehmen also die Phänomene unabhängig davon wahr, wie die Dinge an sich tatsächlich sind.

Verhält es sich nicht so nun auch bei Literatur, Dichtung, ja jedem fiktiven Werk? Sind nicht gar alle Gedanken in gewisser Weise real? Ein (fiktives) Alien kann durchaus völlig real im Kopf eines Menschen existieren – ganz unabhängig davon, ob es in einer weit weit entfernten Galaxie tatsächlich extraterrestrisches Leben gibt oder nicht.

Treten nicht in gewisser alle fiktiven Charaktere oder Ereignisse geradezu metaleptisch, wie es bei Gérard Genette genannt wird, aus dem Buch heraus und wirken auf uns, als reale Personen, ein?

Wenn diese Überlegungen jedoch stimmen sollten, wie verhält es sich dann mit Theologen oder mit Historikern? Wenn (erzeugte) Gedanken als faktual gelten müssen, muss dann nicht alles, aber auch wirklich alles, was jemals gedacht oder gesagt wurde real sein oder zumindest als solches bewertet werden? Wird nicht im Sprachgebrauch eine Lüge als das Ausgeben von Fiktion als Fakt definiert? Und benötigen wir nicht zwingendermaßen die reale Welt als Ressource, die unsere Phantasie beflügelt, die, wie es bei E.T.A. Hoffmann heißt, als Himmelsleiter fungiert, auf der wir in phantastische und fiktionale Welten emporsteigen können?

Eventuell löst sich die Problematik auf, wenn Dichtung und Fiktion als Realität zweiter Stufe angesehen werden, die unabhängig von der realen Welt bestehen, aber durch diese erst inspiriert und ermöglicht werden?!

Tabus, Kunst und Watzlawick

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Im Sommersemester 2012 habe ich ein Seminar geleitet mit dem Titel „Sprache, Kommunikation und Bewusstsein“. Ein spannendes Thema, was zu ebenso spannenden Diskussionen in den Sitzungen führte.  Um nachhaltig an den ganzen Gedanken festzuhalten, schreibe ich regelmäßig Zusammenfassungen der Sitzungen. Hier ist eine davon.

Darüber spricht man nicht!

Tabus bringen uns an unsere Grenzen. Für jeden gibt es ein anderes Tabu, das durch eine Unmöglichkeit des Darüberredens gekennzeichnet ist 10 Fragen haben meinen Kurs (und mich) herausgefordert, die eigenen Tabus zu erkennen und die eigene und fremde Reaktion darauf zu hinterfragen.

Haben Sie sich in dieser Woche schon selbst befriedigt?

Sexuelle Themen unterliegen gesellschaftlichen Tabus. Über das, was man im Bett tut (oder auch nicht) wird nicht gesprochen in der Öffentlichkeit. Der Mantel des sprachlichen Schweigens umhüllt unsere Gedanken und Taten. Ja oder Nein waren die einzigen Antwortmöglichkeiten auf die obige Frage. Ähnlich wie bei Garfinkels Brechungsexperimenten (Gewohnheiten werden bewiesen, indem man sie annimmt und dann bewusst bricht, zum Beispiel das Distanzverhalten während des Miteinanderredens) werden durch die Fragen des Tabu-Studenten die Grenzen aufgezeigt, die sonst zwar allgemein, da konventionell bekannt sind, aber über die, per se, nicht gesprochen wird. Das hat mit Gesichtsverlust, Entblößung und sozialer Angst vor einem schlecht Dastehen zu tun. Konzeptionelle Angst vor Peinlichkeit, das ist es, was uns hemmt, in allen Bereichen die faktische Wahrheit zu sagen. Mit einer Ausnahme: Extremsituationen setzen gesellschaftliche und private Tabus außer Kraft. Wer wirklich Angst hat, der überlegt nicht ob es peinlich sein könnte über seine Körpersäfte zu reden. Wer ein notwendige Funktion im Mitteilen von Tabus sieht, wird sich von „darüber spricht man nicht“ wenig beeindrucken lassen. Extremsituationen verringern die sozialgesellschaftliche Fallhöhe. Tabus verändern sich mit den Menschen, die mit ihnen leben.

Werk im Netz

Ebenso verändert sich unsere Wahrnehmung von bestehenden, als fest angenommenen Strukturen. Zum Beispiel dann, wenn technische Veränderungen auftauchen. Was macht das Internet mit unserem Urheberrecht? Welchen künstlerischen Stellenwert haben Texterschaffungen, die online und damit weltweit zugänglich sind? „Solange Kopieren einfacher ist als kaufen, wird das eine dem Anderen vorgezogen werden“, war eine Meinung. Solange wir den tatsächlichen Wert von Kunst nicht anerkennen, werden wir auch keine Kunst erfahren, ist meine Meinung. Interessant war hierzu die Anmerkung, dass die aktuellen Entwicklungen bestehende Grundlagen anzweifeln lassen. Urheberrecht im bestehenden Sinne muss neu überdacht werden, vielleicht in Form einer „Kulturflat“. Die Bedeutungen und Begriffe der alten Tage müssen mit neuen, passenden Inhalten belegt werden. Auch das ist die Aufgabe der Sprache: Self-Actualization.

Wir kommunizieren immer und überall

Selbst-Aktualisierung bedeutet auch, die Adäquatheit des Ausdrucks anzugehen. Nach Watzlawicks These können wir nicht nicht kommunizieren. Mit jeder Bewegung, jeder mimischen Äußerung, jedem kleinen Wink übermitteln wir Informationen. Die sehr allgemeine Definition von „Kommunikation“ bringt für mich im ersten Moment „nur“ die Erkenntnis, dass wir sehr viel mehr Signale aussenden als wir bewusst wahrnehmen. Es zeigt aber auch, dass unsere Ausdrucksfähigkeit genauso wie unsere Ausdrucksnotwendigkeit beschränkt sind. Unsere Sprache hat eine Grenze. Genau so wie unsere Wahrnehmung. Watzlawick zeigt uns also, dass wir mehr sagen als wir sagen. Und dass unsere Wahrnehmungen geprägt sind von den Umfeldern, in denen wir agieren und dass wir die Wahrnehmung nur erweitern können, wenn wir uns außerhalb der gegebenen Bereiche bewegen.

Damit kann ich mich dann wiederum sehr gut anfreunden. Sprachlichen Horizont erweitern. Und damit den der Wahrnehmung. Wir können unsere eigene Welt nur dann zu etwas Besserem verändern und offen sein für anderes, wenn wir Veränderungen erkennen und zulassen. Und das ist einfacher als man denkt. Es reicht die einfache Frage…..

„Auf der Straße braucht man keine Grammatik“

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Folgender Link erreichte mich heute per Mail (danke an Torsten):

http://www.tagesschau.de/inland/kiezdeutsch100.html

Den Titel des heutigen Eintrags hier habe ich aus dem Beitrag, ein Zitat von einem der Kiezdeutschsprechern. Ich finde das eine starke Aussage, die so ziemlich den Kern von Diskussionen über Sprachverfall, den (schlechten) Einfluss von zugewanderten Sprachen und altdichterische Rhetorikwundertüten trifft. Wer das heutige Straßendeutsch (nicht nur in Mannheim) mit Goethe und Schiller vergleicht und sich auf deren Geniusposition beruft, der vergleicht Unvergleichbares miteinander. Denn Faust, Die Räuber, Emilia Galotti, all die Balladen, Gedichte, etc. pp sind geschriebene Sprachzeugen, keine gesprochenen. Unser Straßendeutsch, also das gesprochene Deutsch hingegen hat ganz andere Voraussetzungen. Es muss schneller, kürzer, direkter sein, denn unser Arbeitsspeicher im Kopf kann eh nicht mehr als 4 Sekunden Information speichern. Alles darüber hinaus wird aus der Erinnerung abgerufen. Und Erinnerungsarbeit ist anstrengend und fehlerhaft. Es ist also überhaupt nicht sinnvoll zu sagen: „Mein lieber Freund, ich möchte mir dir sehr gerne ins Kino gehen, wie wäre das? – Oh, das wäre sehr schön, danke!“ Viel pragmatischer und wirkungsvoller ist die Version:“ Heute Kino? – Voll!“

Es ist eine andere Sprachversion als die literarischen Schriften in unseren wohlgeformten Büchern. De facto erkennen wir an den Büchern aber nicht mit voller Sicherheit, wie Goethe und Co. gesprochen haben. Alles Gerede in den Büchern ist noch immer rhetorisch, literarisch überarbeitet.

Kudiwg Eichinger sagt es in dem Beitrag sehr diplomatisch: Die Kreativität des Gesprochenen, des Straßendeutsch, ist ein wichtiger Bestandteil sprachlichen Fortschritts. Nur durch diese Einflüsse kann Sprache sich den aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen. Das muss sie auch, da wir als Teil sozialer Gefüge darauf angewiesen sind, uns präzise zu verständigen. Kiezdeutsch, Türkenslang und ähnliche Sprachentwicklungen zeigen ganz klar, wo Defizite sind. Wenn es keine vernünftige Integration gibt und wir die Verantwortung dafür immer dem anderen in die Schuhe schieben, dann setzen die Betroffenen es kreativ um, indem sie eine eigene Sprache entstehen lassen, mit der sie in eine Art Zwischenwelt eintauchen. Der Ausdruck ihrer von oben zugeschriebenen Position.

Deswegen sollte man nicht über die Sprachvariation fluchen, sondern sich fragen, woher sie kommt, welche gesellschaftlichen Ursachen sie hat und was das über uns als „Integrationsland“ aussagt. Lieber an die eigene Nase fassen als mit dem Finger auf andere zeigen.

Auf der Straße braucht man keine Grammatik. Da braucht man einen Weg der Verständigung.

*hauptwort bei et voilà: Interview und Fotos

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Die et voilà-Menschen haben es geschafft, sie haben amelie hauptstock von *hauptwort interviewt. Das Ergebnis findet sich hier:

http://www.et-voila.de/dies-das/interview-mit-amelie-hauptstock

Herzlichen Dank an Jan, der die Fragen gestellt hat und die Bilder hinzugefügt hat!

Am 25.12. standen die Texte an den Fensterscheiben, großflächig, des Daddy Blatzheim im Westfalenpark. Ein schöner Abend, oder besser eine geliebschaftete Nacht wars gewesen!  Und es sah ganz wunderbar aus: Weiße Schrift vor nachtschwarzem Himmel, feiernde Liebhaber und Geliebte…le seufz, ein berauschtes Weihnachstsfeiern!

Bilder gibt es hier: http://www.et-voila.de/fotos/25-12-11-liebschaften

Revival!

Veröffentlicht am 16. Juli 2012 Schreibe einen Kommentar

ANNA kommen wieder! Zwar erst im September, aber sie kommen wieder! Und diesmal haben sie ein Pony im Gepäck und neue Uhugeschichten parat. Wie schön!

Weitere Neuigkeiten gibt es hier, an dieser Stelle, ab jetzt regelmäßig. Denn neue freiluftlyrik wartet auf ihre Beplatzung. Und Ernst&Aber setzen sich auch wieder zusammen zum Pläneaushecken.

So viele schöne Nachrichten, da vergisst man den wetterlich unschönen Sommer!

hauptwort endlich online!

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Hurra! Welt: *hauptwort ist jetzt offiziell online! Stöbern, Umsehen, Weitersagen ausdrücklich erwünscht!