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Tag Archives: hauptwort

Guttun-Adventskalender

#NotJustSad

Gerade in den letzten Tagen sind zahlreiche Beiträge über Tweets erschienen, die von depressiv Erkrankten unter dem Hashtag #NotJustSad veröffentlicht wurden. Ob die Aufklärung damit vorantgetrieben wird, kann ich gerade nicht beurteilen. Was es aber bewirkt, ist eine breitere mediale Präsenz des Themas. Dass dadurch Stigmatisierung und unzureichende Behandlungszeiten/-arten sich verändern, glaube ich nicht. Dennoch sind es notwendige Schritte, um für einen bewussteren, aufgeklärten Umgang mit psychischen Störungen zu sorgen.

Freunde fürs Leben e.V.

Um Freunde fürs Leben e.V. zu unterstützen, habe ich mir vorgenommen, einen Adventskalender zu machen, für mich selbst. Ich werde jeden Tag vom 1. bis 24.12.2014 etwas tun, was mir guttut. Das kann ein einfacher Spaziergang sein, dass kann in leckeres Essen sein oder die Zeit, die ich mit Freunden verbringe. Warum ich den Fokus auf mich selbst lege? Nun, erstens verbringe ich ja auch Zeit mit anderen Menschen. Das tut allen gut. Und zweitens: Selbstbesinnung ist nicht egoistisch, sie ist notwendig, um (wieder) Kraft für andere zu haben. Ich möchte mich selber überraschen lassen, was sich daraus ergibt, wer sich noch anschließen möchte, wer seine/ihre Zeit oder Ideen mit mir teilen möchte.

Es ist die Disziplin, jeden Tag an sich zu denken, egal, ob es einem gut oder schlecht geht, die ich mit diesem Projekt verbinde oder besser gesagt: in mir selbst initiieren möchte. Damit ich dann wieder mehr Kraft habe, mich für andere einzusetzen. Vor allem für diejenigen, deren Tage gekennzeichnet sind von Leere.

Blog-Kalender

Die tagesbegleitenden Einträge finden sich ab 01.12. dann auf meinem Blog „frau *hauptwort sagt„. Wenn jemand von meinen LeserInnen und Lesern einen Beitrag an Freunde fürs Leben e.V. spendet, dann möge er/sie mir bitte Bescheid geben. Ich spende zusätzliche 5% auf den Betrag.

*hauptwort unterstützt Freunde fürs Leben e.V.

Ich bin wählerisch bei der Auswahl unterstützenswerter Projekte. Seit einiger Zeit verfolge ich die Arbeit von Freunde fürs Leben e.V. und habe mich entschieden, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Freunde fürs Leben e.V setzen sich dafür ein, das Thema Suizid aktiv anzugehen, betroffene Bekannte und Hilfesuchende zu unterstützen, sie zu vernetzen, und Selbstmord zu vermeiden.

10.000 Leben

Das ist die Zahl an Menschen, die sich in Deutschland jedes Jahr das Leben nehmen. 10.000! Das ist eine ganze Kleinstadt, die jährlich verschwindet. Die Gründe sind unterschiedlich; doch in den meisten Fällen führt eine fehlende psychologische Betreuung zu dem krassen Schritt des Suizids. Auch die zurückbleibenden Anghörigen benötigen Betreuung und Unterstützung, um nicht den gleichen Weg zu gehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wenig auch Krankenkassen bereit sind, sich auf das Thema Depression oder psychologische Prävention einzulassen, aus Angst, einen unaufhaltsamen Stein ins Rollen zu bringen. Psychische Krankheiten und Krankheitsbilder können mittlerweile immer genauer diagnostiziert werden; doch wenn sie nicht in die Kategorie „Trend“ fallen (siehe Burn-Out), dann sind die Fördermöglichkeiten in der Regel begrenzt. Eine längst überfällige Angleichung der Krankenkassenbeurteilungen ist noch immer nicht geschehen.

Doch ich will mich nicht empören über die Zustände, sondern lieber unterstützen und helfen, wo ich kann. Als angehende Focusing-Beraterin (ein Bereich der körperzentrierten Gesprächstherapie) möchte ich nicht nur meine fachlichen Fähigkeiten anbieten, sondern die aus meiner Sicht sehr notwendige Arbeit von Freunde fürs Leben e.V.auch finanziell unterstützen. Ich weiß, sie sitzen in Berlin und nicht in Dortmund, doch ihre Arbeit kann überall stattfinden.

Betterplace.org – die Plattform für soziale Unterstützung

Ich habe über betterplace.org eine Spendenseite eingerichtet, die ich in den nächsten Tagen mit Inhalten befüllen werde. Alle Spenden aus meiner dann startenden eigenen Aktion werden hier zu 100% an den Verein gehen. Neben der Spendensammlung möchte ich aber auch dazu beitragen, das Thema Depression/psychische Krankheiten öffentlicher zu machen und vor allem auf die einfachen Wege hinzuweisen, mit denen Menschen geholfen werden kann. Offenheit ist ein erster Schritt.

Bis ich meine Aktion fertiggestellt habe, ist die gute Arbeit des Vereins unter folgender Adresse zu finden: www.frnd.de oder direkt auf die Spendenseite von www.betterplace.org/frnd.

Soviel steht schon fest: Alle Spenden, die *hauptwort im Dezember einsammeln kann, werden durch 5% Anteil von mir ergänzt.

Ich danke schon jetzt für das Lesen dieses Beitrags und für die Unterstützung!

*amelie hauptstock

 

Haben wir ein Zeitproblem?

Sich Zeit für etwas zu nehmen hat immer einen Wert ohne Vergleich. Für mich geht es darum, den Moment zu behalten als etwas Gutes, Wertvolles. Frei von dem Zwang, einen ökologischen Sinn zu haben.

Was mich gelegentlich bis täglich verwundert, ist, wie wenig Zeit ich Dingen widme, denen ich früher gefühlt endlos Zeit gewidmet habe. Bauernhöfe aus Knete kneten zum Beispiel. Oder eine Hand so lange zeichnen, bis sie aussieht wie meine Hand. Oder vor dem Radio warten, bis die Charts gespielt werden und dann an der richtigen Stelle den Aufnahmeknopf drücken. Das habe ich früher gemacht. Was ist damit passiert, mit diesem Zeitleben?

Bevor ich mir Zeit für neue Gedanken zu diesem Thema nehme: Hier habe ich schon einmal etwas dazu geschrieben. Es ist noch relativ onlinefrisch. Doch ich denke, ich könnte da noch etwas zu schreiben. Da muss ich mal in Ruhe drüber nachdenken.

Ach, wenn doch nur.

Die Worte,

meine, deine, alle

verfingen sich in den Blutkrusten

auf meiner Haut.

Bis zu mir kamen sie gar nicht mehr durch.

Ach wenn doch nur, dachte ich.

Ach wenn doch nur.

Ach wenn du doch nur verstehen würdest.

Wenn du doch nur Verständnis zeigen würdest.

Wenn du mich doch nur festhalten würdest.

Unbedingt. Für immer.

Wenn doch nur.

Ich verstand, dass die Schere mehr zerschnitten hatte

als meine Haut.

Das Kind in mir verstand es nicht.

Es erlebte nur die Abwendung. Die Abweisung.

Leise hallte sein kleines, brechendes Herz

in meiner Tiefe.

Begegnungen

Veröffentlicht am 13. März 2014 Schreibe einen Kommentar Themen: , , , ,

Begegnung

Als ich dir das erste Mal begegnet bin,

konnte ich mich am nächsten Tag nicht

mehr an deinen Namen erinnern.

Ganz einfach, hattest du mir

noch gesagt.

Und ich hatte ihn,

ganz einfach,

vergessen.

Er war mir in der Nacht

aus den Ohren gefallen.

 

Wie viele Stunden

ich gesucht habe,

lachend und weinend,

am Telefon,

bis ich endlich

auf die Idee kam,

mich bei dir zu melden.

„Ich habe nun alle möglichen Buchstabenkombinationen ausprobiert, die in die Kategorie „ganz einfach“ fallen. Aber dein Name war nicht dabei. Ich halte deshalb ein persönliches Treffen für notwendig.“

Fast drei Jahre später begegne

ich dir nun jeden Tag

in unserer gemeinsamen Wohnung.

 

Deinen Namen,

den brauche ich

nicht mehr zu vergessen.

 

29.11.2013

Veranstaltungshinweis

Dieses Mal geht es nicht um meine eigene Veranstaltung, sondern um eine Empfehlung:

Zwei heimische Songwriter, die ich sehr für ihre Texte und ihre Hingabe zur Musik schätze, geben morgen ein Doppelkonzert in Essen, im alten Olympia Theater:

 

Tommy Finke Trio und Alex Amsterdam

17.9., 20.15 Uhr, Olympia Theater Essen in der Veranstaltungsreihe „Wilhelm live“.

Das alte Olympia Theater Essen war früher der Treffpunkt der Filmszene; nur zufällig entdeckte der neue Besitzer Andreas Wilhelm die Geschichte und Geschichten des Gebäudes bei der Renovierung. Jetzt soll in den charmvollen Gemäuern der alte Hauch wiederbelebt werden.

Wer Tommy Finke und Alex Amsterdam noch nicht kennt, dem empfehle ich das Reinhören hier und hier.

Ich freue mich schon sehr! Wer möchte, kann sich hier noch genauer informieren, oder mich fragen. Hurra!

How words evolve

Seit dem letzten Beitrag ist eine Weile vergangen. Also teile ich sehr gerne einen kurzen Beitrag, einen Impulsvortrag, wie Worte und ihre Bedeutung sich verändern und warum sie das tun, welche Wege sie dafür gehen können/müssen. Ich fand es schon immer faszinieren zu sehen, wie selbst die kleinste Verschiebung der Bedeutung sich im kollektiven Verwendungs- und Bedeutungsgedächtnis wiederfinden lässt und wie unsere Fähigkeit zur Sprache ein tief verwurzeltes soziales System erschafft. Unglaublich, was Sprache alles kann, oder?

http://blog.ted.com

It’s been some time since my last news, so I want to share with you at least a small talk about how words evolve and change. I always found it fascinating how words change and how this change spreads to all speakers of the language. Even the slightest variation in meaning can become part of the common sense. Isn’t that unbelievable? How our social system „language“ works?

 

 

Ich mach das mal mit links

Eine weitere Lektion, die ich mir beibringe: Ich kann nicht alles. Ich muss auch nicht alles können. Mann. Da fällt schon beim Schreiben schwer, nicht sofort wieder die Delete-Taste zu drücken.

Heißt Alleskönnenwollen eigentlich Nichtswirklichkönnen?

Es gibt erdrückende Beweise für mein Nichtkönnen. Eine dreistöckige Sahnetorte backen. Kann ich nicht. Aber ich kenne jemanden, der das kann. Auf dem Fahrrad an der Ampel balancieren. Kann ich nicht. Auch da: ich kenne jemanden, der das kann (und der dabei um einiges cooler aussieht als ich, wenn ich mich abmühe cool auszusehen). Chemische Substanzen zusammen mischen, dass dabei was Wirksames entsteht. Kann ich nicht.Webseiten programmieren, Getreide ernten, Häuser bauen, Flugzeuge fliegen, Unterlagen sortieren, Klappe halten. Kann ich alles nicht. Könnte ich vielleicht lernen. Ich könnte mich aber auch darauf konzentrieren, das, was ich kann, noch besser zu können. Schreiben. Singen. Gütig sein. Das kann ich. Lachen. Freitanzen. Kochen. Das kann ich auch. Das reicht auch erst mal. Und um mich daran zu erinnern, dass Nichtkönnen nichts mit Nichtskönnen zusammenfällt und dass ich genau richtig bin, wenn ich bin, wie ich halt gerade so bin, hier mal etwas, das ich mit links gemacht habe (ich danke Frank Scheele für seine Inspiration!)(und ja, ich weiß, es ist spiegelverkehrt. Tja. So ist es eben.):