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Tag Archives: Existenzgründung

Angebot der Wirtschaftsförderung

In diesem Jahr kooperiert *hauptwort mit der Wirtschaftsförderung Dortmund und bietet Marketing-Coaching und Einzelberatungen (Expertengespräche) für ExistenzgründerInnen an.

Das Marketing-Coaching findet in Kooperation mit der Graphikerin Stefanie Römling statt, die Einzelberatungen sind etwa 2-stündige Sitzungen zu konkreten Fragestellungen der Positionierung, Darstellung, zur praktischen Vermarktung und zur konzeptionellen Schärfung der Gründungsidee.

Alle weiteren Informationen und Termine (für die Einzelberatungen können individuelle Termine gemacht werden) finden sich in diesem Seminarangebote_2014 der Wirtschaftsförderung Dortmund  oder auf Anfrage über das *hauptwort-Kontaktformular. Die *hauptwort-Angebote finden sich auf den Seiten 21 und 40.

Ich freue mich auf spannende Begegnungen!

*amelie hauptstock

Neues Projekt: works-for.us

Es ist ein wenig still geworden mit Neuigkeiten aus dem *Hauptwort Quartier. Das liegt jedoch nicht an Ereignislosigkeit sondern, im Gegenteil, an vielen Ideen, die reifen und bald ihren Weg an die Öffentlichkeit finden werden.

Ein Projekt hat es schon geschafft mit ersten Schritten: gemeinsam mir Dennis Przystow haben wir works-for.us ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein interaktives Buch zu dem großen Thema: wie verändert sich unser Leben und vor allem unser Arbeiten in der heutigen Zeit? Welche Alternativen existieren bereits (erfolgreich) zur 9 till 5-Arbeitseinstellung? Welche Gründe sprechen für selbstständige Netzwerke und welche Visionen haben wir dazu?

Die Grundidee hinter dem Projekt: unsere geplante Printveröffentlichung wird live und unter Berücksichtigung von Leserkommentaren geschrieben. Unsere Ideen werden als Blog gesammelt und diskutiert, um dann überarbeitet in das offizielle Kapitel eingebunden zu werden. Begleitet werden unsere Ideen von Interviews mit Fachleuten, Freunden und Bekannten mit für uns interessanten Gedanken, Erfahrungen, Lebenswegen.

Wer sich beteiligen möchte: unter www.works-for.us sind die Anfänge bereits gemacht. Und es wird immer weiter gehen!

Wir informieren regelmäßig über unseren Fortschritt.

Neue Gründer braucht das Land?

Der Gründungsmonitor 2012 wurde veröffentlicht. Neben der – nicht überraschenden – Feststellung, dass es im letzten Jahr weniger Gründungen gab, de facto sogar so wenig Gründungen wie seit dem Jahr 200 nicht mehr, interessierte mich vor allem eine Zahl: 31.

Zurück in die Vergangenheit

Es ist nur verständlich, dass die Zahl der Gründungen zurückgegangen ist, da sich die Fördermöglichkeiten stark nach unten verändert haben. Auf der anderen Seite: sollte nicht eigentlich eine herausfordernde Ausgangssituation das Gründen erst recht beflügeln? Dass auf dem Arbeitsmarkt auf einmal wieder mehr Arbeitsplätze zur Verfügung standen und die Gründungen bei gleichzeitiger Gründungszuschusskürzung zurückgingen, bringt bei mir die Frage auf: Warum werden alte, starre Systeme gefördert? Ich bin keine Verschwörungstheoretikerin, aber es macht mich, ehrlich gesagt, nicht gerade gut gelaunt, anzunehmen, dahinter stecke ein System. Das alte System, dass sich durch ein neues, dynamisches, ideenreiches Denken und Handeln nicht bedroht wissen will.

Und irgendwie sprechen die Zahlen dafür, dass es funktioniert. Denn was die Zahlen eigentlich aussagen ist: Selbstständigkeit ist mir zu unsicher. Ich gehe zurück in ein geregeltes Arbeitsleben. Erschreckend! Denn auf dem Arbeitsmarkt ist, wie wir alleine in den vergangenen 10 Jahren gelernt haben, nichts mehr für die Ewigkeit. Und die ebenso brennende Frage in mir: Wovor haben die GründerInnen denn Angst? Das sollte uns alle interessieren! Wovor haben GründerInnen oder ArbeitnehmerInnen so eine große Angst, dass sie lieber in ein altes System zurückgehen, dass ihnen eigentlich keine Sicherheit mehr geben kann (und will)?

Was wollen Sie? Gründen? Witzig.

Was der Gründungsmonitor für mich deutlich zeigt: Es liegt nicht an den fehlenden Zuschüssen (die erleichtern einen Einstieg zwar und sind gerade bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus bestimmt auch notwendig), aus meiner Sicht liegt es an dem Fehlen einer angemessenen Betreuung, Beratung, positiven Unterstützung. Dauerhaft. Nicht nur in den ersten 3 Monaten der Planung oder der bürokratischen Umsetzung. Es liegt, so wie ich das sehe, am fehlenden Mut, an einer erlebten Unsicherheit. Warum erlebte Unsicherheit? Weil es rein von den Fakten her keine Unsicherheit gibt. Wir fallen alle weich (es gibt Ausnahmen, ich weiß). Aber in der Regel fallen wir alle weich. Wir werden von einem sozialen System aufgefangen.

Warum also erleben wir uns nicht als in (Gründungs-)Sicherheit?

Ehrlich gesagt: ich habe keine Antwort auf diese Frage. Ich bin freiberuflich. Und selbstständig. Und mehr als einmal habe ich den Gedanken gehabt, doch wieder in eine Anstellung zurückzugehen. Verlockende, falsche Sicherheit. Der Ruf der Sirenen.

Das Gute: Mein Unterbewusstsein, ich könnte auch sagen mein Ich, hindert mich daran. Denn mein Ich weiß, dass ich meinen Weg gehe, auch wenn ich den in aller Unsicherheit nicht immer sehe. Warum ich das weiß? Weil ich unterstützt wurde, weil ich darum gebeten habe und weil ich dafür gesorgt habe, dass ich Förderung bekomme, aus unterschiedlichen Richtungen, nicht nur finanzieller Art. Denn viel wichtiger als die Finanzierung ist die Betreuung bei der Frage: Was mache ich damit? Wieviel brauche ich zum Leben? Wieviel will ich brauchen? Wie schaffe ich es nach dem Anfang? Was für Möglichkeiten habe ich, wenn ein Auftrag nicht kommt? Wie kann ich lernen, mir selbst und meinen Netzwerklern zu vertrauen? Brauche ich ein Team, mache ich das alleine?

Dafür brauchen wir Unterstützung. Um uns selbst zu helfen und eigenständig, selbstständig und selbstbewusst aufzustehen und „unser Ding“ zu machen. Das Herausfordernde, nein, diesmal benenne ich es tatsächlich als Problem: Wir lernen in keiner einzigen Bildungsinstitution, zu uns selbst zu finden, eine eigenständige Persönlichkeit zu entfalten. Was mir stattdessen lernen: Wie wir im System funktionieren.

31. 31 %. Das ist die Zahl der Gründungen, die nach 3 Jahren wieder verschwinden. Ein Drittel. Wenn diese Zurückgehenden bessere Kompetenzen mit sich bringen als andere, zum Beispiel, warum werden dann diese Kompetenzen nicht grundsätzlich, bei allen gefördert? Ich bin immer wieder überrascht, manchmal traurig, manchmal wütend, wie wenig Mut unseren Studierenden gelassen wird, etwas Anderes zu machen als es in den Studienordnungen steht. Ich bin da nicht alleine mit dieser Meinung. Julian Nida-Rümelin sieht es sehr genau so. Wir hatten das mal anders gedacht, die Bildung und freie Entfaltung und so.

A New Dawn

Und immer wieder wird mir klar: Da muss sich dringend, DRINGEND etwas ändern! Wir können nicht von uns und unseren Kindern verlangen, dass alles, was uns vorgesetzt wird, einfach so hingenommen wird und dass sich niemand dagegen regen wird. Also wenn Sie mich fragen: Ich rege mich. Zuerst rege ich mich auf und dann rege ich mich in der Form, dass ich die Systeme nicht auf mir sitzen lasse. Wenn Sie sich auch aufregen und sich auch regen wollen, dann schließen Sie sich mir gerne an.

Die Zeit für eine Neuorientierung unseres Bildungssystems ist gekommen! Auffi.

Ich mach das mal mit links

Eine weitere Lektion, die ich mir beibringe: Ich kann nicht alles. Ich muss auch nicht alles können. Mann. Da fällt schon beim Schreiben schwer, nicht sofort wieder die Delete-Taste zu drücken.

Heißt Alleskönnenwollen eigentlich Nichtswirklichkönnen?

Es gibt erdrückende Beweise für mein Nichtkönnen. Eine dreistöckige Sahnetorte backen. Kann ich nicht. Aber ich kenne jemanden, der das kann. Auf dem Fahrrad an der Ampel balancieren. Kann ich nicht. Auch da: ich kenne jemanden, der das kann (und der dabei um einiges cooler aussieht als ich, wenn ich mich abmühe cool auszusehen). Chemische Substanzen zusammen mischen, dass dabei was Wirksames entsteht. Kann ich nicht.Webseiten programmieren, Getreide ernten, Häuser bauen, Flugzeuge fliegen, Unterlagen sortieren, Klappe halten. Kann ich alles nicht. Könnte ich vielleicht lernen. Ich könnte mich aber auch darauf konzentrieren, das, was ich kann, noch besser zu können. Schreiben. Singen. Gütig sein. Das kann ich. Lachen. Freitanzen. Kochen. Das kann ich auch. Das reicht auch erst mal. Und um mich daran zu erinnern, dass Nichtkönnen nichts mit Nichtskönnen zusammenfällt und dass ich genau richtig bin, wenn ich bin, wie ich halt gerade so bin, hier mal etwas, das ich mit links gemacht habe (ich danke Frank Scheele für seine Inspiration!)(und ja, ich weiß, es ist spiegelverkehrt. Tja. So ist es eben.):

Why not make every mistake you can?

Denken hilft. 

Ich habe nachgedacht. Nicht richtig, aber nachhaltig. Immer wieder habe ich den Gedanken, dass ich es mir nicht gerade leicht mache. Dass ich eigentlich auch einen Weg mit weniger (innerem) Widerstand gehen könnte. Dass ich eigentlich alles gut finden könnte, wie es ist. Nein, nicht nur gut, sondern super. Eigentlich ist es super. Ich bin selbstständig, kann frei entscheiden, was ich mache, ich weiß immer mehr, was ich will, ich lerne wunderbare Menschen kennen, mit denen ich mich gerne unterhalte und die mir immer wieder Anregungen und Anstöße geben. Ich bzw. mein Unternehmen kommt langsam ins Rollen.

Aber nicht immer.

So, und hier kommt der Knackpunkt. So viele Dinge laufen richtig gut. Sie laufen noch nicht überirdisch, aber sie laufen, verdammt noch mal. Und meine innere Stimme sagt: Alles falsch! Das führt zu nichts, das bringt nichts, was für ein Quatsch, wieder falsch geredet, geschrieben, gedacht. Eine Stunde online recherchiert? Quatsch! Eine weitere Stunde lustige Sachen gefunden und sich gefreut? Herrjemineee! In der Zeit haben Andere Verträge abgeschlossen. Oder Angebote geschrieben. Oder Partnerschaften bestätigt. Oder stumpf im Büro gearbeitet. Die Anforderungen für den Artikel sind viel zu hoch für dich, du kannst keine belegbaren Ergebnisse vorweisen, weil dich niemand deine Methode testen lässt. Falsche Idee, falsche „Marketing-Strategie“, das Universum ist gegen dich, wenn dich jetzt noch keiner fest bucht. Und was sagt das über deine Kompetenzen aus? Genuss kannst du vor dir selbst eh nicht rechtfertigen. Alles falsch!

So was halt.

Question the Questioner.

Und dann habe ich mich gefragt, was meine Stimmen eigentlich sagen würden, wenn ich jeden Fehler, den man nur machen kann, ganz bewusst mache und mich dann freue, dass ich den gemacht habe? Was sagen mir meine Stimmen, wenn ich mir selber sage: Hurra! Den ganzen Abend nur gekocht und mit dem Liebsten Zeit verbracht. Jawohl! Den ganzen Nachmittag mit den Neffen gespielt und in der Sonne gesessen. Großartig! Eine neue coole Internetseite gefunden und mit den Facebook-Kreisen geteilt, denn Glück sollte man teilen, so oder so. Hervorragend! Eine weitere Bewerbung verschickt und die Rückmeldung bekommen, dass eine Begutachtung noch dauern wird und man um Geduld bittet. Super! Schlechte Stimmung gehabt, weil wieder einmal alles falsch gelaufen ist. Yeah!

Was passiert also, wenn man den Zweifler anzweifelt? Ich weiß es nicht, aber ich werde es testen. Denn irgendwie finde ich es nicht gerecht, dass das, was Freud Ego nennen würde, mein eigentliches Ich so niedermacht. Es gibt keinen Grund dafür. Zumindest keinen, den ich anerkenne.  Ich möchte nicht Jammern. Das fällt mir gerade schwer, weil ich selbst nicht weiß, was los ist. Ich bekomme Kopfschmerzen von dem Hin und Her, von den Fragen und Gegenfragen. Haben andere eigentlich auch so wilde Kopfarbeit? Es wäre schön, davon zu hören! Vielleicht ist gemeinsames Fehler-Machen angenehmer als ungemeinsames.

Der Plan:

Mich regelmäßig daran erinnern, dass „Fehler“ super sind. Fehler in Anführungszeichen deshalb, weil es für mich, für mein eigentliches Ich keine Fehler gibt, sondern Entscheidungen und deren Wirkungen. Entscheidungen, egal wie groß oder klein, fühlen sich gut an und nur dann, wenn es sich gut anfühlt, bringt es einen weiter. Ob mit oder ohne Ego-Mist. Oh, und natürlich: Mein Ego gehört zu mir, also sage ich mir: embrace you ego! embrace your inner voice, even if it’s telling you to stop doing anything. Einverstanden.

PS: Mehr Menschen

Wer seine Erfahrungen teilen möchte, teile sie sehr gerne mit mir! Vielleicht nutze ich Twitter oder Facebook, um jeden neuen Fehler zu verkünden und ihm damit Raum zu geben und gleichzeitig Kraft zu nehmen. Warum eigentlich nicht?