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Tag Archives: Dortmund

Haben wir ein Zeitproblem?

Sich Zeit für etwas zu nehmen hat immer einen Wert ohne Vergleich. Für mich geht es darum, den Moment zu behalten als etwas Gutes, Wertvolles. Frei von dem Zwang, einen ökologischen Sinn zu haben.

Was mich gelegentlich bis täglich verwundert, ist, wie wenig Zeit ich Dingen widme, denen ich früher gefühlt endlos Zeit gewidmet habe. Bauernhöfe aus Knete kneten zum Beispiel. Oder eine Hand so lange zeichnen, bis sie aussieht wie meine Hand. Oder vor dem Radio warten, bis die Charts gespielt werden und dann an der richtigen Stelle den Aufnahmeknopf drücken. Das habe ich früher gemacht. Was ist damit passiert, mit diesem Zeitleben?

Bevor ich mir Zeit für neue Gedanken zu diesem Thema nehme: Hier habe ich schon einmal etwas dazu geschrieben. Es ist noch relativ onlinefrisch. Doch ich denke, ich könnte da noch etwas zu schreiben. Da muss ich mal in Ruhe drüber nachdenken.

Pop-Amok.

Über Richard Alexander Heckert.

Amoklauf der Popkultur. In der Popkultur.
Was soll das denn? Was soll uns das sagen? Was will uns der Künstler damit sagen?
Ist doch egal. Es ist doch egal, was der Künstler damit sagen will. Es ist doch viel wichtiger, dass er erkannt hat, dass es etwas zu sagen gibt. Dass es die Notwendigkeit gibt, was in unserer Gesellschaft existiert, auch auszudrücken, sichtbar zu machen, erfahrbar zu machen. Zum Beispiel die Verworrenheit, die Überflut, das Versinken des Kleinen und Ruhigen im Großen und Lauten, die Superlative von allem.

Superlativismus
Wir sind nicht mehr gut, wir sind am Besten, am Größten, am Tollsten, am Wichtigsten, am Billigsten, am Innovativsten, wir sind die geilste Scheiße von allem. Wie kann das sein? Was ist denn eigentlich los mit unserer Welt, wenn wir keinen Raum mehr für Zeit haben? Würden sich nicht Kant und Einstein theoretisch in ihren Ruhestätten umherwälzen, wenn sie wüssten, dass wir heute ihre untrennbar vereinten Konzepte einfach wieder auseinanderstückeln? Wir haben keine Zeit mehr. Wir erleben sie. Wir erleben alles, immer, überall. Alles wird zum Fest, Feast, Fiesta. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Ich weiß es nicht. Oder vielleicht nur in Ansätzen. Aber Richard Alexander Heckert weiß es. Oder vielleicht auch nur in Ansätzen, aber diese Ansätze teilt er mit uns. Pop-Amok. Die Gegenthese zum kommerziellen Pop. Der Blick des Künstlers auf uns, die Gesellschaft. Das Auge der Gesellschaft, nicht wahr, Herr Dix? Vielleicht glauben wir, dass wir das nicht verstehen. Aber wir verstehen es doch sehr wohl. Die Kunst verstört uns? Dann haben wir sie verstanden. Wir sind verstörend, verstört. Nicht mit dem ästhetischen Intellekt nehmen wir wahr, sondern mit empathischem Herzen. Wahrnehmen statt sehen. Erleben, aber rudimentärer, existentieller als jedes Festival es sein könnte. Kunst. Das ist unsere Freiheit.

Zuviel. Oder?
Pop-Amok erscheint als Durcheinander, als Chaos, als Überborstendes und Zerberstendes, als Kraft und Energie, die nicht weiß, wohin sie will oder soll. Gefangen in den Dimensionen des Papiers und den Dimensionen der betrachtenden Gedanken. Die Energie ist spürbar, weil sie von uns kommt, weil sie wiedergegeben wird in wilden Farben, in den Details, in den so vielen vielen Details, dass das Auge nicht mehr mitkommt. Die Kunst ist deshalb sozial, mitten in der Gegenwart, aus dem Jetzt, für das Jetzt. Die Kunst ist immer jetzt. Hier. Und auch darüber hinaus. Lokalkolorit? Ja. Doch nicht für immer. Der Verdruss, der Missmut, das Fehlen einer kohärenten Identität, wie sie uns mal nachgesagt wurde. Arbeit. Arbeit. Arbeit. Irgendwie sind die alten Phrasen hier ein Stück länger geblieben. Und dann wurde uns gesagt, wir sollen nun anders sein. Es gibt nämlich keine Arbeit mehr. Aber das ist alles, was wir können. Nein, ihr könnt auch Kultur. Ach so. Das wussten wir halt vorher nicht. Darf ich da auch meinen Helm aufsetzen und meine Lampe mitnehmen?
Es ist müßig. Enttäuscht, dass wir nicht sein dürfen, wie wir wollen, trotzig, dass ich nicht bin, was ich sein kann, weil keiner weiß, was das ist, das Ich. Das Sein.

Ich und Kunst
Also doch wieder die Kunst. Auch wenn viele an ihr vorbeigehen, auch wenn Pop-Amok radikal-sozialexpressionistisch ist und weiterhin Gesichter des Missmuts davor stehen, auch wenn die Kunst als außerhalb wahrgenommen wird, sie ist es nicht. Sie verdient das Selbstbewusstsein zu sagen: Ich bin scheißengeil. Ob mit oder ohne Lokalkolorit. Ich bin so, weil ich da bin, weil ich für euch da bin, weil ich das Auge bin, das ihr braucht oder sucht. Ich bin da.
Ich bin da.

www.heckertart.com

Veranstaltungshinweis: Daniel Brandl (Solo-Cello)

Meine Lieben,

für morgen Abend, Mittwoch, 7.8., habe ich einen Tipp, der fast schon geheim ist, aber am Besten nicht geheim bleiben sollte. Mein guter Freund Daniel Brandl tritt morgen abend Solo mit Jazz-Cello im 8 1/2 in der Sonnenstraße in Dortmund auf. Ich freue mich sehr, dass er endlich mal wieder alleine, in aller Ton- und Improkraft zu erleben ist! Denn nach vielen Stationen mit anderen Künstlern (Pele Caster, Tommy Finke, Klee) und in Theaterinszenierungen in Klagenfurt, Hamburg und Bochum, trollt er sich wieder in ruhrgebietliche Auftrittsorte.

Los geht es ab 20.30, Sonnenstr. 74, Dortmund, Bar 8 1/2.

Ich werde da sein und mich von den wilden und wilderen Impros inspirieren lassen.

Bis morgen also!

ANNA bei Kreuzviertel bei Nacht

Neuer Termin!

Am kommenden Freitag, dem 5.7.2013, sind ANNA endlich wieder live zu sehen.

Im Rahmen von Kreuzviertel bei Nacht haben wir unseren Kultur-m2 vor dem wundervollen The Bookstore in der Kreuzstraße. Gegen 19.00 Uhr geht es los!

Kommt gerne vorbei! Wir haben Victor und unsere Lieder im Gepäck und ein paar andere Klassiker auch. Wer will, bringt das eigene Mikro, die Gitarre, ein Keyboard, ein Kazoo, Percussions mit und gesellt sich zu uns. Hauptsache, es wird bunt. Sollte es regnen, verlagern wir uns in den Laden, da ist es schön lauschig und buchig.

Weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr hier.

Bis Freitag!

amelie

ANNAundvictor

Premierennachruf Ernst&Aber

20.11.2011

Von draußen sieht man nur das sanfte Licht des Kronleuchters und die vielen Kerzen im Café leuchten. Es wird einem sofort klar: Hier ist Raum für etwas Besonderes. Auf einem Tisch liegen Schriftstücke, auf einem anderen ein paar Bücher. Daneben, in der Nähe, steht ein spielbereites Cello. Es ist der Premieren-Abend von Ernst&Aber im Café Chokolat im Dortmunder Kreuzviertel. Ernst&Aber, das sind ein Cello und eine Stimme, ein junger Mann und eine junge Frau, er spielt, sie liest und singt und gemeinsam gehen sie in den selbsterschaffenen Tönen und Texten auf.

 

Ernst&Aber im Café Chokolat

Der Abend beginnt mit einem Cello-Solo und leitet, über klassische Melodien, über zum Lyrikblock. Ruhig erhebt sich

die erzählende Stimme und nimmt ZuschauerInnen mit in Käferwelten, Traumgestalten und konkrete Lückenlyrikwelten. Von hier an und dann weiter, eine Cello-Improvisation, es könnte auch das Leitthema des Abends sein. Von hier an, und dann weiter, so gehen sie, die Texte, die Rhythmen, der Gesang, die vibrierenden Saiten und Seiten. Eine kurze Pause und weiter. Sein Cello wandert über Bach-Sarabanden zu orientalisch anmutenden Improvisationen, gezupfte und gestrichene Bearbeitungen des Instruments, in sich wiederholend und miteinander verhallend. Ihre Stimme fällt ein in die dazwischen aufkommende Ruhe, verbirgt sich hinter minimaler Mimik und schraubt sich kraftvoll durch die gemeinsamen Arrangements. Ein Abend im Leben von Ernst&Aber, freie spontane Textvertonungen inklusive.

Sowie er begonnen hatte, endet der Abend auch, alle hängenden Gedanken werden von Cellountermalung begleitet und ausgeleitet. Die Kerzen brennen noch eine ganze Weile, denn an ein Ende mag man nicht glauben. Eins ist sicher: sie werden wiederkommen, Cello&Lyrik, Ernst&Aber.

 

Songtext: Two seconds of my life

Veröffentlicht am 17. Oktober 2012 Schreibe einen Kommentar Themen: , , , , ,
Two seconds of my life

When I wake up
I only have to seconds
two seconds, two seconds
before my mind wakes up
and I am not myself anymore.

When my mind wakes up,
the wrinkles in my face groß deeper
the engines of thoughts and doubts start
the canals for water are opened.

So whenever I wake up
Water wets my pillow
And I am not myself anymore.

Save me
Save me in two seconds
Save me in two seconds
Save me in two seconds
When I am me.
When I am sure.
When I am me.
Save me in two seconds of my life.

Save me in two seconds
Save me when you see me
Save me as you see me
Save me in two seconds of my life.

When I wake up
I only have two seconds
Two seconds, two seconds
before my dreams end
and I am not myself anymore.

Everything is in two seconds of my life.

©amelie hauptstock für ANNAundvictor

Lächeln ist nicht immer der richtige Weg

Jeder Mensch hat seine eigene Sprache, eine ganz eigene Art zu sprechen. Jeder hat im Laufe des Lebens bestimmte Konventionen gelernt. Die Konvention der Höflichkeit ist dabei eine, die besonders hoch gehalten wird. „Das macht man nicht“ ist der prototypische Satz dafür. Höflichkeit ist ein Weg um das soziale Miteinander zu regeln. Zur Kontaktpflege mit den Nachbarn wird sich höflich nach den Kindern erkundigt, unbekannte Personen werden höflich angesprochen, in Geschäften wird man höflich gefragt, ob man Hilfe braucht. „Alle sind happy, alle sind froh“, wie es bei den Ärzten heißt. Höflichkeit organisiert das allgemeine Zusammenleben. Es stellt gegenseitigen Respekt her, indem individuelle Grenzen durch intrasubjektive Konventionen eingehalten werden. Heißt: Ich lass dich in Ruhe und du mich und wir verständigen uns erinvernehmlich auf diese Vorgehensweise. Höflichkeit ist etwas Gutes. Eigentlich. Doch Höflichkeit hat eine Kehrseite: Sie entspricht nicht der Wahrheit. Höflichkeit ist die Fassade, die man den anderen präsentiert. Eine Rolle, die es in bestimmten Situationen ermöglicht und gleichzeitig fordert, für das allgemeine Wohl zu sorgen anstatt zum Beispiel laut loszuschreien.

Höflichkeit ist das Verhalten, bei dem wir uns so verhalten, wie wir eigentlich nicht sind. In manchen Situationen führt Höflichkeit deshalb nicht zu gegenseitigem Respekt, sondern zu Ablehnung oder gar Auflehnung.

Beispie Kundenkontakt: Mit großer Sicherheit fühlt sich der Kunde oder die Kundin nicht ernst genommen, wenn ein riesengroßes Lächeln auf den VerkäuferInnenlippe liegt und ein zu hoch angesetztes „Wie kann ich Ihnen helfen?“ das Misstrauen deutlich verstärkt. VerkäuferInnen dann auch noch darin zu schulen, alles und jeden einfach anzulächeln und Höflichkeit zu spielen bringt keinen positiven, sondern einen negativen, allemal aber einen verstörenden Effekt. Wenn sich die Verkäuferin, die es wirklich nicht böse meint, mit einem durch die Lippen gepresstem „Vielen Dank für Ihren Einkauf hier“ bei jedem Kunden/jeder Kundin persönlich bedankt, dann ist nicht nur die Art und Weise leicht als Strategie erkennbar, sondern wird dadurch die Authentizität der Verkäuferin/des Verkäufers direkt aufgehoben.

Schuld daran sind nicht diejenigen mit Kundenkontakt, sondern diejenigen ohne, die den Kontaktlern einbläuen, sich an irgendwelche Strategien halten zu müssen.“Lächeln Sie, was auch immer geschieht“.

Doch was für Auswirkungen hat das? Keiner kann mehr auf die tatsächliche, sozial und, aus Imagegründen, notwendige soziale Verbindung achten, da sie zu sehr mit der Einhaltung irgendwelcher Kommunikationsstrategien beschäftigt sind. Kommunikation funktioniert aber am Besten, wenn sie eines ist: natürlich. Aufgesetzte, eingepresset Floskeln und Redewendungen, die aus jedem Kunden/aus jeder Kundin eine unpersönliche Geldgebemaschine machen, erzeugen das Gegenteil von dem eigentlich Ziel, soziale und damit persönliche Distanz der KundInnen zum Unternehmen.

 

Was also tun: Der erst Schritt ist, sich nicht auf theoretische Konzepte zu verlassen, sondern das Potential der KontaktlerInnen zu erkennen und zu nutzen. Das kann man zum Beispiel durch Analysen der direkten Interaktion, also der tatsächlichen Gesprächssituation. Das ist unaufwendig, unauffällig und führt zu individuellen Ergebnissen, die wiederum in individuellen Schulungen umgewandelt werden können. Weg von Floskeln und Gesprächsführungsredewendungen, hin zu dem eigentlich wichtigen Menschen, dem Kunden/der Kundin! Bewusstseit für das, was einem gesagt wird, und wie es einem gesagt wird ist das A und O einer kompetenten, professionellen Kommunikation. Und vor allem ist zu unterscheiden, wer eigentlich mit welchen Personen in Kontakt kommt, wo die „Probleme“ liegen, wann es hakelig wird und wie man damit intuitiv umgeht und ob das funktioniert und wenn ja, warum das funktioniert. Denn dann sind schon alle rhetorischen, persönlichen, kommunkativen Kompetenzen vorhanden, die mit Sicherheit eine Mischung aus Höflichkeit, Ehrlichkeit und Lebenserfahrung sind.

Warum sollte man dieses Potential nicht nutzen? Warum sollte man stattdessen auf falsche Höflichkeit, Nettigkeit, auf aufgesetzte Lächeln und damit unangesprochene KundInnen setzen? Warum?

 

Die Inspiration für diesen Beitrag:

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-10/einzelhandel-umsatz-mitarbeiter-nettigkeit

(Mit Dank an Miriam Morek für den Hinweis!)

 

Ich mach das mal mit links

Eine weitere Lektion, die ich mir beibringe: Ich kann nicht alles. Ich muss auch nicht alles können. Mann. Da fällt schon beim Schreiben schwer, nicht sofort wieder die Delete-Taste zu drücken.

Heißt Alleskönnenwollen eigentlich Nichtswirklichkönnen?

Es gibt erdrückende Beweise für mein Nichtkönnen. Eine dreistöckige Sahnetorte backen. Kann ich nicht. Aber ich kenne jemanden, der das kann. Auf dem Fahrrad an der Ampel balancieren. Kann ich nicht. Auch da: ich kenne jemanden, der das kann (und der dabei um einiges cooler aussieht als ich, wenn ich mich abmühe cool auszusehen). Chemische Substanzen zusammen mischen, dass dabei was Wirksames entsteht. Kann ich nicht.Webseiten programmieren, Getreide ernten, Häuser bauen, Flugzeuge fliegen, Unterlagen sortieren, Klappe halten. Kann ich alles nicht. Könnte ich vielleicht lernen. Ich könnte mich aber auch darauf konzentrieren, das, was ich kann, noch besser zu können. Schreiben. Singen. Gütig sein. Das kann ich. Lachen. Freitanzen. Kochen. Das kann ich auch. Das reicht auch erst mal. Und um mich daran zu erinnern, dass Nichtkönnen nichts mit Nichtskönnen zusammenfällt und dass ich genau richtig bin, wenn ich bin, wie ich halt gerade so bin, hier mal etwas, das ich mit links gemacht habe (ich danke Frank Scheele für seine Inspiration!)(und ja, ich weiß, es ist spiegelverkehrt. Tja. So ist es eben.):

Why not make every mistake you can?

Denken hilft. 

Ich habe nachgedacht. Nicht richtig, aber nachhaltig. Immer wieder habe ich den Gedanken, dass ich es mir nicht gerade leicht mache. Dass ich eigentlich auch einen Weg mit weniger (innerem) Widerstand gehen könnte. Dass ich eigentlich alles gut finden könnte, wie es ist. Nein, nicht nur gut, sondern super. Eigentlich ist es super. Ich bin selbstständig, kann frei entscheiden, was ich mache, ich weiß immer mehr, was ich will, ich lerne wunderbare Menschen kennen, mit denen ich mich gerne unterhalte und die mir immer wieder Anregungen und Anstöße geben. Ich bzw. mein Unternehmen kommt langsam ins Rollen.

Aber nicht immer.

So, und hier kommt der Knackpunkt. So viele Dinge laufen richtig gut. Sie laufen noch nicht überirdisch, aber sie laufen, verdammt noch mal. Und meine innere Stimme sagt: Alles falsch! Das führt zu nichts, das bringt nichts, was für ein Quatsch, wieder falsch geredet, geschrieben, gedacht. Eine Stunde online recherchiert? Quatsch! Eine weitere Stunde lustige Sachen gefunden und sich gefreut? Herrjemineee! In der Zeit haben Andere Verträge abgeschlossen. Oder Angebote geschrieben. Oder Partnerschaften bestätigt. Oder stumpf im Büro gearbeitet. Die Anforderungen für den Artikel sind viel zu hoch für dich, du kannst keine belegbaren Ergebnisse vorweisen, weil dich niemand deine Methode testen lässt. Falsche Idee, falsche „Marketing-Strategie“, das Universum ist gegen dich, wenn dich jetzt noch keiner fest bucht. Und was sagt das über deine Kompetenzen aus? Genuss kannst du vor dir selbst eh nicht rechtfertigen. Alles falsch!

So was halt.

Question the Questioner.

Und dann habe ich mich gefragt, was meine Stimmen eigentlich sagen würden, wenn ich jeden Fehler, den man nur machen kann, ganz bewusst mache und mich dann freue, dass ich den gemacht habe? Was sagen mir meine Stimmen, wenn ich mir selber sage: Hurra! Den ganzen Abend nur gekocht und mit dem Liebsten Zeit verbracht. Jawohl! Den ganzen Nachmittag mit den Neffen gespielt und in der Sonne gesessen. Großartig! Eine neue coole Internetseite gefunden und mit den Facebook-Kreisen geteilt, denn Glück sollte man teilen, so oder so. Hervorragend! Eine weitere Bewerbung verschickt und die Rückmeldung bekommen, dass eine Begutachtung noch dauern wird und man um Geduld bittet. Super! Schlechte Stimmung gehabt, weil wieder einmal alles falsch gelaufen ist. Yeah!

Was passiert also, wenn man den Zweifler anzweifelt? Ich weiß es nicht, aber ich werde es testen. Denn irgendwie finde ich es nicht gerecht, dass das, was Freud Ego nennen würde, mein eigentliches Ich so niedermacht. Es gibt keinen Grund dafür. Zumindest keinen, den ich anerkenne.  Ich möchte nicht Jammern. Das fällt mir gerade schwer, weil ich selbst nicht weiß, was los ist. Ich bekomme Kopfschmerzen von dem Hin und Her, von den Fragen und Gegenfragen. Haben andere eigentlich auch so wilde Kopfarbeit? Es wäre schön, davon zu hören! Vielleicht ist gemeinsames Fehler-Machen angenehmer als ungemeinsames.

Der Plan:

Mich regelmäßig daran erinnern, dass „Fehler“ super sind. Fehler in Anführungszeichen deshalb, weil es für mich, für mein eigentliches Ich keine Fehler gibt, sondern Entscheidungen und deren Wirkungen. Entscheidungen, egal wie groß oder klein, fühlen sich gut an und nur dann, wenn es sich gut anfühlt, bringt es einen weiter. Ob mit oder ohne Ego-Mist. Oh, und natürlich: Mein Ego gehört zu mir, also sage ich mir: embrace you ego! embrace your inner voice, even if it’s telling you to stop doing anything. Einverstanden.

PS: Mehr Menschen

Wer seine Erfahrungen teilen möchte, teile sie sehr gerne mit mir! Vielleicht nutze ich Twitter oder Facebook, um jeden neuen Fehler zu verkünden und ihm damit Raum zu geben und gleichzeitig Kraft zu nehmen. Warum eigentlich nicht?