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Sich Wohlfühlen auf dem Beifahrersitz

Veröffentlicht am 24. Juli 2012 Schreibe einen Kommentar

Ich liebe TED-Talks. Wann immer ich mich inspirieren lassen möchte von ungewöhnlichen Ideen, von WOW-Ideen und ihren Umsetzungen, wann immer ich ein gutes Gefühl brauche, schaue ich mir TED-Talks an. Und jedes Mal komme ich in einen Sog, der mich noch hungriger macht nach neuen Geschichten, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach kreativen Wegen der Selbstdarstellung. Ich bin begeistert, überfordert, aufgefordert, erleuchtet, ich bin alles in diesen kurzen Momenten. Vor allem aber bin ich voller Wertschätzung und Bewunderung für diejenigen, die ihre eigenen Wege gehen, seien sie auch noch so unmöglich.

Der folgende Beitrag erzählt davon, wie Kontrollverlust etwas Befreiendes haben kann. Entgegen unserer Meinung heißt „das Ruder aus den Händen geben“ eben nicht ein Verlust über die Gesamtsituation. Es bedeutet, die Kraft auf andere, wichtigere Dinge lenken zu können. Einer Entscheidung zu folgen, und das kann auch die eigene sein, heißt, weiterzukommen, als man bis dahin dachte. Sich selbst auf den Beifahrersitz zu setzen heißt, Dinge sehen zu können, die man as Fahrer/in nicht wahrnehmen kann. Weil die Aufmerksamkeit auf anderen Dingen liegt. Weil man nicht so flexibel in die Gegend schauen kann.

Entscheidungen machen das Leben leichter

Ich bin überzeugt davon, dass Entscheidungen das Leben erleichtern. Wir quälen uns viel weniger mit den Konsequenzen einer Entscheidung als mit denen einer Nicht-Entscheidung. Ich beziehe das auch auf das eigene Entscheiden und nicht nur auf das Etwas-entscheiden-Lassen. Wenn ich meiner eigenen Entscheidung folge, kann ich Fahrer und Beifahrer zugleich sein. Loslassen ist auch eine Entscheidung. Für mich eine der wichtigsten überhaupt. Denn wenn ich zu sehr an einer Idee, an einer Vorstellung, an einem selbst auferlegten Lebensplan festhalte, dann verkrampfe ich dabei.

Alles nur in meinem Kopf

Und das ist etwas Erfahrbares. Ich spüre das zur Zeit immer wieder an meinem Körper, vor allem in meinem Kopf. Ich verkrampfe dabei, einer klaren Entscheidung einfach zu folgen. Stattdessen will ich sie widerrufen, sie rückgängig machen, die Kontrolle über alle Ergebnisse nicht verlieren. Anstatt ihr einfach ihren Weg zu lassen und beifahrerisch zu sehen, welche Möglichkeiten und Neuigkeiten am Wegesrand und Horizont auftauchen. Anstatt die Zeit zu genießen, die ich gewinne, indem ich mich nicht ausschließlich auf den Verkehr konzentrieren muss, sondern das Schöne drumherum sehen darf. Anstatt ich zu sein mache ich mir vor so und so sein zu müssen. Niemand erwartet das von mir. Außer mir, der Fahrerin. Meine Aufgabe der nächsten Zeit: Mich aufgeben. Hingeben. Mich geben. Und dann sehen, was sich Schönes finden lässt. Denn während der ganzen Zeit kann ich mich darauf verlassen: Ich werde gefahren, mit eigener Kraft und mit der Unterstützung von denen, die mir nahe sind. Diese Entscheidung habe ich selbst getroffen. Jetzt muss ich nur noch danach leben.

Hier nun also der Link mit meinem Input. Ich wünsche gutes Beifahren!

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amelie hauptstock

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