Es geht endlich weiter mit der freiluftlyrik! Diesmal war sie in Berlin und Leipzig und Dortmund unterwegs, wie immer mit der Botschaft: Lyrik ist für alle da!
Check it out, yo!
Es geht endlich weiter mit der freiluftlyrik! Diesmal war sie in Berlin und Leipzig und Dortmund unterwegs, wie immer mit der Botschaft: Lyrik ist für alle da!
Check it out, yo!
Ihr kennt mich nicht.
Ihr wisst noch nicht einmal, dass es mich gibt.
Dass ich wegen euch nachts wach liege
Und morgens wieder mit euch aufwache.
Ihr seid einfach da
Und sprecht zu mir.
Ich höre eure Stimmen,
Eure Meinungen, eure
Stiche gegen mich.
Und ihr wisst noch nicht einmal, dass es mich gibt.
Ihr lebt euer Leben.
Euer altes Leben und zwingt mich dazu,
Teil davon zu werden, schon jetzt,
Ohne es zu wissen.
Ich plane meine freie Zeit, meine Urlaube, meine Wochenenden nach euren Terminen,
Ich gehe nicht ans Telefon,
Denn ich bin heimlich, wegen euch.
Wie eine Verbrecherin. Abtrünnige.
Ihr wisst nicht, dass es mich gibt.
Oder wollt es nicht wissen.
Dass ich da bin. Und je länger
Ihr es nicht wisst, desto weniger will ich,
Dass ihr es wisst.
Dass ihr mich seht.
Dass ihr es fühlt,
Wie groß eure Last auf mir, auf uns liegt.
Ihr kennt mich nicht.
Aber ich bin da.
Ich bin ein Teil in eurem Leben,
Auch wenn ihr das nicht wollt.
Ihr habt mich ja auch nicht gefragt.
20.11.2011
Von draußen sieht man nur das sanfte Licht des Kronleuchters und die vielen Kerzen im Café leuchten. Es wird einem sofort klar: Hier ist Raum für etwas Besonderes. Auf einem Tisch liegen Schriftstücke, auf einem anderen ein paar Bücher. Daneben, in der Nähe, steht ein spielbereites Cello. Es ist der Premieren-Abend von Ernst&Aber im Café Chokolat im Dortmunder Kreuzviertel. Ernst&Aber, das sind ein Cello und eine Stimme, ein junger Mann und eine junge Frau, er spielt, sie liest und singt und gemeinsam gehen sie in den selbsterschaffenen Tönen und Texten auf.

Der Abend beginnt mit einem Cello-Solo und leitet, über klassische Melodien, über zum Lyrikblock. Ruhig erhebt sich
die erzählende Stimme und nimmt ZuschauerInnen mit in Käferwelten, Traumgestalten und konkrete Lückenlyrikwelten. Von hier an und dann weiter, eine Cello-Improvisation, es könnte auch das Leitthema des Abends sein. Von hier an, und dann weiter, so gehen sie, die Texte, die Rhythmen, der Gesang, die vibrierenden Saiten und Seiten. Eine kurze Pause und weiter. Sein Cello wandert über Bach-Sarabanden zu orientalisch anmutenden Improvisationen, gezupfte und gestrichene Bearbeitungen des Instruments, in sich wiederholend und miteinander verhallend. Ihre Stimme fällt ein in die dazwischen aufkommende Ruhe, verbirgt sich hinter minimaler Mimik und schraubt sich kraftvoll durch die gemeinsamen Arrangements. Ein Abend im Leben von Ernst&Aber, freie spontane Textvertonungen inklusive.
Sowie er begonnen hatte, endet der Abend auch, alle hängenden Gedanken werden von Cellountermalung begleitet und ausgeleitet. Die Kerzen brennen noch eine ganze Weile, denn an ein Ende mag man nicht glauben. Eins ist sicher: sie werden wiederkommen, Cello&Lyrik, Ernst&Aber.